VUKA und die Kunst der Zukunftsfähigkeit. Mit Arndt Pechstein.

Shownotes

Die Welt verändert sich rasant. Welche Fähigkeiten brauchen wir, um in Zukunft erfolgreich als Unternehmen oder als Mensch zu agieren? Über die sogenannte VUKA-Welt, in der wir leben, und über Zukunftskompetenzen. Ein Audio mit Dr. Arndt Pechstein.

Unser Experte an Bord: Dr. Arndt Pechstein. Innovationsforscher, Zukunftsdenker und Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Bei einem Event der IHK Berlin hat er einen Vortrag gehalten. Titel: „Ist das Zukunft oder kann das weg? Future Skills als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit.“

Arndt Pechstein kombiniert Wissenschaft und Wirtschaft. Welche Kompetenzen braucht es? Wie gestaltet man Erwachsenenbildung? Thema Schule. Zukunft. Kompetenzen. Er nutzt die VUKA-Welt, um sie auf benötigte Kompetenzen umzumünzen. https://thefuturecompany.eu/

Transkript anzeigen

00:00:01: Wie lange hat es gedauert bis verschiedene Plattformen eine Million Nutzende hatten?

00:00:05: Das war bei Netflix und Airbnb, waren das irgendwie so zweieinhalb, dreieinhalb Jahre.

00:00:09: Dann bei Facebook, bei Spotify da hat's nur noch ein paar Monate gedauernt... ...und JGPT fünf Tage!

00:00:16: Und das ist nicht das Ende.

00:00:17: die nächste Technologie wird einen Tag dauern, die wird fünf Stunden dauern vielleicht Minuten oder Sekunden

00:00:23: Ja und was bedeutet das für Unternehmen?

00:00:25: Für Führungskräfte und Beschäftigte?

00:00:27: Für

00:00:27: Menschen?!

00:00:29: Darum geht es in diesem Audio.

00:00:31: Unser Experte an Bord, Dr.

00:00:33: Arn Pechstein, Zukunftsforscher, Neurowissenschaftler und Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

00:00:40: Bei einem Event der IHK Berlin hat er einen Vortrag gehalten – Titel?

00:00:45: Ist das Zukunft oder kann das weg?

00:00:47: Future Skills als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit!

00:00:50: Herzlich willkommen zum Thema Zukunftskompetenzen am Mikrofon Maria Zankorf Ein Audio der IHK Berlin.

00:01:00: Vielleicht erinnern Sie sich noch an dieses Zitat des früheren kanadischen Premierministers Justin Trudeau, der hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos, das gesagt wurde,

00:01:13: oft zitiert.

00:01:21: Die Geschwindigkeit der Veränderung war noch nie so hoch wie heute und sie wird niemals wieder so langsam sein, wie jetzt.

00:01:27: Die Welt verändert sich nicht nur – Sie verändert sich immer schneller!

00:01:32: Das ist auch an Pechsteins Ausgangspunkt….

00:01:34: Und er fragt sich...

00:01:45: Diese Welt in der wir da leben wird häufig als WUKA bezeichnet.

00:01:49: Das ist ein Kunstwort, das Faust steht für Volatilität also eine hohe Veränderungsdynamik.

00:01:54: Wir wissen einfach nicht was in einem halben Jahr passiert weder geopolitisch noch ökologisch noch wirtschaftlich noch sozial.

00:01:59: es ist einfach ungewiss.

00:02:00: und Vorher sagen, das U steht für Unsicherheit.

00:02:04: Wir sind in so einem Nebel.

00:02:05: Wir können einfach nicht planen und kontrollieren und vorhersagen.

00:02:08: Und gleichzeitig macht es was mit uns.

00:02:10: Es löst einen Unbehagenaus.

00:02:12: Das K steht für Komplexität, eine unglaublich hohe Vernetzungsdichte, Informationen, Daten und immer mehr.

00:02:18: auch die vermehren sich exponentiell und die Verknüpfung davon.

00:02:22: diese Komplexkeit wird auch exponentiell wachsen.

00:02:25: Das A steht für Ambiguität also Mehrdeutigkeit.

00:02:30: Wir können gar nicht alle Informationen haben, und je nachdem welche Informationen wir haben kommen wir zu unterschiedlichen Schlüssen.

00:02:35: Und zwei Expertinnen können zu verschiedenen Entscheidungen kommen weil sie verschiedene Datengrundlagen haben und beide recht haben.

00:02:40: Und wir müssen lernen mit Spannungen, mit Dilemata und Paradoxa auszukommen und diese auszuhalten, weil irgendwo dazwischen vielleicht dann die Wahrheit ist die sich immer wieder verschiebt Und das ist ja hausfordernd.

00:02:51: Die WUKA-Welt haben Sie vielleicht schon mal von gehört, dass es gar kein neues Konzept gibt.

00:02:56: Das gibt's schon seit den Neunzehntenhundert neunziger Jahren und da gibt es mittlerweile auch noch andere Modelle die unsere aktuelle Welt beschreiben zum Beispiel das BANI-Modell.

00:03:04: aber mit der WUKA-Weld lässt sich gut arbeiten.

00:03:08: kommen wir gleich zu wie Arn Pechstein das genau macht.

00:03:11: Der deutet das Ganze nämlich ganz positiv auf benötigte Kompetenzen um.

00:03:17: Aber erst mal noch einmal zurück.

00:03:19: Wie gehen wir mit diesen schnellen Veränderungen um?

00:03:21: Das ist eine gute Frage und da geht es uns allen sicherlich ein bisschen ähnlich, die Zukunft macht ein bisschen Angst!

00:03:29: Wir spüren dass wir verunsichert sind und viele Leute sind doch in dieser Angst auch in dieser Ohnmacht diese erlernten Hilflosigkeit.

00:03:36: das Gefühl Zukunft kommt so schnell das ist alles so groß.

00:03:39: was kann ich dann auch machen?

00:03:40: Klimawandel und KI und geopolitische Spannungen was soll ich da machen?

00:03:44: und ziehen sich zurück Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst.

00:03:47: Davon will uns Arnd Pechstein ein bisschen befreien indem er sich an den WUKA Buchstaben abarbeitet und Alternativen anbietet die jeweils mit dem gleichen Buchstab beginnen.

00:03:58: so arbeitet er den Begriff WUKA ganz neu auf.

00:04:01: statt V wie Volatilität also eine krasse Veränderungsdynamik geht er auf Visionen.

00:04:09: Das Schöne ist, dass wir Menschen eine der wenigen Spezies sind und das zu einer Perfektion gebracht haben die sich Dinge vorstellen kann... ...die es noch nicht gibt!

00:04:19: Wir können in Zukunft denken.

00:04:20: Dafür haben wir unseren präfrontalen Cortex.

00:04:22: Das können nur ganz wenig Organismen und demmaß wie wir das können, kann das kein Organismus.

00:04:27: Und

00:04:27: das

00:04:28: ermöglicht uns, uns zukünfte vorzustellen dann die Realität dagegen abzugleichen und Strategien zu entwickeln wie wir dahin kommen.

00:04:34: Visionen als Zukunftskompetenz?

00:04:37: Ja Mein Arn Pechstein.

00:04:39: Denn gerade in unsicheren Zeiten geben Visionen Orientierung.

00:04:43: Anfang

00:04:43: der Sechziger hat Kennedy gesagt, noch in dieser Dekade landeten wir auf dem Mond und im Chef der NASA haben damals die Knie geschlottet.

00:04:49: Er hat gesagt ich habe mit Kennedy darüber gesprochen aber wir haben weder die Prozesse noch die Technologie um das möglich zu machen.

00:04:55: Und Kennedy hat etwas Wichtiges gesagt.

00:04:57: er hat gesagt Ich sage es nicht weil es einfach ist sondern weil es schwer ist und weil es uns zu Dingen beflügeln wird sie heute unmöglich scheinen.

00:05:05: Und der Rest ist Geschichte.

00:05:06: Mondlandung

00:05:07: mit der Mondfähre Igel am zwanzigsten Juli, nineteenhundertneunundsechzig.

00:05:12: V für Visionen – das war der erste Buchstabe von Wuka!

00:05:16: Der zweite U-Aber.

00:05:18: nicht für Unsicherheit sondern für Abskilling oder Potenzialentfaltung.

00:05:24: Das muss Arn Pechstein bitte erklären.

00:05:27: Was

00:05:27: wir also brauchen ist dass wir Menschen wieder das Gefühl geben handlungsfähig zu sein Selbstwirksamkeit dass sie ihr Potenzial einbringen, dass Sie sich als wirksam empfinden und wahrnehmen das Zukunft immer gestaltbar ist.

00:05:39: Und deswegen mangelt es eines besseren Wortes im Deutschen was mit U-Begintern nicht das Abskilling.

00:05:43: was eigentlich dahinter steckt ist so Potenziale Entfaltung.

00:05:46: Eigentlich geht's darum Menschen wieder so zu befähigen, dass sie handlungsfähig sind und eben an die Zukunft glauben und wirksam werden.

00:05:53: Wer glaubt nichts verändern zu können wird auch nichts ver ändern.

00:05:57: Für Unternehmen bedeutet das, Zukunftswähigkeit entsteht nicht allein durch neues Software, KI-Anwendung oder Strategiepapier.

00:06:05: Sie entsteht da wo Menschen Verantwortung übernehmen, Ideen entwickeln und Gestaltungsspielräume nutzen.

00:06:12: Und genau an dieser Stelle kommt eine weitere Frage ins Spiel – wenn Maschinen und Computer immer mehr Aufgaben übernehmen können, welche Kompetenzen werden für Menschen eigentlich wichtiger?

00:06:25: Alles was nicht automatisiert werden kann, wird unglaublich bedeutsam.

00:06:30: Und das sind die genuinmenschlichen Kompetenzen!

00:06:32: Da reden wir von Empathie, von inspirierender Führung... da reden wir vom Systemdenken, von kritischen Denken und Hinterfragen, Bewertungskompetenz.

00:06:40: Da reden weh von Verantwortung von Wertorientierung, von Sinnstiftung.

00:06:45: Also all diesen Themen die uns zu Menschen machen und die so wichtig sind in der Welt, die zunehmend von Algorithmen natürlich auch irgendwie mitbestimmt wird dass wir letztendlich bewerten und steuern KI nutzen und sinnvoll nutzen.

00:06:58: Und nicht verdammt, aber auch nicht glorifizieren sondern irgendwie die gesunde Balance

00:07:01: entwickeln.".

00:07:01: Die Softskills von gestern sind die Hardskills für die Zukunft!

00:07:06: KI kann Muster erkennen, Texte erzeugen oder Daten analysieren – aber die Frage welche Entscheidung sinnvoll ist?

00:07:13: Welche Folgen sie für Menschen hat oder welche Richtung ein Unternehmen einschlagen sollte bleibt eine menschliche Aufgabe.

00:07:21: Das war jetzt der Buchstabe U wie Abs Killing Der nächste im VUK-Alphabet K. Buchstabe k wie Komplexität, oder?

00:07:31: Und irgendwie fühlt man sich da schon gleich viel besser – k wie Kooperation und Kollaboration.

00:07:37: In einer Welt hoher Komplexkeit wissen wir aus der Systemtheorie, aus der Spiele Theorie, Aus Evolutionsbiologie zu nehmen und sogar aus moderner Militärführung das die beste Strategie um Umgang mit Komplexheit ist.

00:07:49: Kollaborations-, Co-Kreation-, Kooperation!

00:07:51: Die

00:07:51: Zukunft gehört nicht den Einzelkämpfern, sie gehört Netzwerken, Teams und Organisationen die Wissen Teilen und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.

00:08:01: Doch selbst mit Visionen, Selbstwirksamkeit und Zusammenarbeit bleibt eine Herausforderung bestehen!

00:08:08: Wie handeln wir denn eigentlich in dieser mehrdeutigen VUKA-Welt, in der niemand genau weiß was als nächstes passiert?

00:08:18: Pechsteins Antwort, wir brauchen A wie Agilität und Anpassungsvermögen.

00:08:24: Weil wir Experimente machen müssen und wagen müssen und Experimenten bedeuten es kann auch schief gehen sonst ist ein Plan und Pläne funktionieren halt nicht so gut in dieser Nebelwelt.

00:08:35: was brauchen wir denn jetzt um nicht auf Sicht zu navigieren?

00:08:37: Wir brauchen was ich als Nebelkompetenz bezeichnet.

00:08:40: Diesen Begriff gibt es noch nicht, aber ich glaube der ist sehr eingängig und resoniert immer sehr häufig wenn ich den nenne.

00:08:44: das sind letztendlich wirklich diese Souveräne handeln trotz Unsicherheit.

00:08:49: Ich kann nicht stehen bleiben wenn ich jetzt in so einem Moorfeld da bin und irgendwie Der Nebel da ist.

00:08:54: er wird nicht verziehen die Wuka-Welt bleibt Er wird eher stärker!

00:08:59: Ich muss mich also bewegen.

00:09:00: Jetzt ist es aber schwachsinn da einfach los zu rennen und einfach nur gerade auszugehen weil das halt eine gefährliche Situation ist sondern Was mache ich?

00:09:05: Ich habe erst mal Mut zum ersten Schritt.

00:09:07: Das heißt, ich entscheide mich zum Handeln und gestalten.

00:09:11: Wer im Nebel steht sieht nicht die ganze Strecke aber wer stehen bleibt kommt ebenfalls nicht voran.

00:09:16: Zukunftsfähigkeit bedeutet deshalb nicht perfekte Pläne zu entwickeln sondern unter Unsicherheit gute Entscheidungen zu treffen zu lernen nachzusteuern und dann wieder einen Schritt weiterzugehen.

00:09:29: Genau das beschreibt auch moderne Organisationsentwicklung – nicht Perfektion ist das Ziel, sondern Anpassungsfähigkeit!

00:09:37: Und damit sind wir jetzt durch mit allen vier Buchstaben aus der WUKA-Welt umgemünzt auf unsere Kompetenzen für die Zukunft.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.