Happiness im Job - wie geht das? Mit Ricarda Rehwaldt.

Shownotes

Mitarbeitende halten und langfristig motivieren, auch im Betrieb zu bleiben. Was wäre, wenn ein wichtiger Schlüssel dafür gar nicht in mehr Gehalt, neuen Büroflächen oder Benefits liegt, sondern in etwas anderem: Arbeitsglück! Ein Audio mit Prof. Dr. Ricarda Rehwaldt.

Für Unternehmerinnen und Unternehmer, für alle, die sich mit ihrem Arbeitsglück auseinandersetzen wollen. “Happiness im Job” gibt´s in zehn Minuten und zehn Sekunden auf die Ohren. Viel Spaß beim Hören!

Zufriedenheit oder Arbeitsglück?
Um zu checken, wie es den eigenen Mitarbeitenden im Betrieb geht, führen viele Unternehmen Zufriedenheitsstudien durch. Kennt man so, ist aber für Prof. Dr. Ricarda Rehwaldt nicht der richtige Ansatz. Weil die Näherin in Taiwan auch eine gewisse Zufriedenheit hat, trotz prekärer Verhältnisse, erklärt sie. Und da ist die Kunst des Einzelnen einfach nur, die Erwartungen runterzuschrauben. Lowered expectations. Dann kann man fast in jedem Job zufrieden sein.

Zum Festival der Berliner Wirtschaft 2026 mit den Schwerpunkt Globale Impulse für Berlins Fachkräftezukunft hat Ricarda Rehwaldt eine andere Idee und eine ganz einfache Formel mitgebracht: Arbeitsglück = Sinnhaftigkeit + Selbstverwirklichung + Gemeinschaft. So einfach kann es nicht sein, sagen Sie? Doch. Bitte lassen Sie es sich im Audio erklären.

Prof. Dr. Ricarda Rehwaldt hat eine Professur für Psychologie an der IU, ist Gründerin der Felicicon GmbH und Expertin für Arbeitsglück.

Beim Festival der Berliner Wirtschaft 2026 mit dem Schwerpunkt Globale Impulse für Berlins Fachkräftezukunft hat sie zum Thema „Arbeitsglück als strategischer Standortfaktor: Wie Berlin Talente gewinnt, entwickelt und hält“ gesprochen.

Mehr auf https://www.ihk.de/berlin/podcast
Autorin: Maria Tzankow

Transkript anzeigen

00:00:00: Talente finden und fürs eigene Unternehmen gewinnen, Mitarbeiter halten und langfristig motivieren auch im Betrieb zu bleiben.

00:00:07: Das sind Themen die viele Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen.

00:00:11: Was wäre wenn ein wichtiger Schlüssel dafür gar nicht in mehr Gehalt neuen Büroflächen oder zusätzlichen Benefits liegt?

00:00:19: Sondern in etwas anderem... Arbeitsglück!

00:00:28: Am Mikrofon.

00:00:29: Maria Zankow.

00:00:35: Dr.

00:00:35: Ricardo Rehwald ist Psychologin und forscht zum Thema Arbeitsglück.

00:00:40: Ihre Untersuchungen und Überlegungen hat sie dann auch zur IHK Berlin mitgebracht, einen Vortrag gehalten mit dem Titel Arbeitsgluck als strategischer Standortfaktor wie Berliner Talente gewinnt entwickelt und hält.

00:00:54: Das Thema ist gerade jetzt so bedeutsam.

00:00:56: Weil wir müssen aufgrund dieses demografischen Wandels, den wir offensichtlich ein bisschen mit verursacht haben, fünfhundertsechzigtausend Stellen hier nur in Berlin nachbesetzen bis zwanzigfünfunddreißig.

00:01:11: Das sind ja unfassbar viele Menschen!

00:01:15: Wo sollen die jetzt alle herkommen?

00:01:18: Irgendwie haben wir also doch ein Problem, mit dem wir uns beschäftigen müssen.

00:01:21: Keiner mag das Wort so richtig in den Mund nehmen, heiße Kartoffel.

00:01:25: Er ist auch sehr sperrig aber Fachkräftemangel – auch in Berlin!

00:01:31: Für Unternehmerinnen und Unternehmer stellt sich deshalb auch die Frage wie kann ich dafür sorgen dass die Menschen in meinem Unternehmen bleiben wenn ich sie schon für meinen Betrieb gewinnen konnte?

00:01:42: Was macht einen Arbeitsplatz so attraktiv das Beschäftigte gar nicht erst wechseln wollen?

00:01:47: Ha, werden Sie jetzt vielleicht sagen….

00:01:49: Die Antwort lautet zu Friedenheit Und da gibt's ja zig Zufriedenheitsstudien, die das belegen.

00:01:55: Für Riccada Rehwald – und das macht es auch so spannend – ist das nicht der richtige Ansatz!

00:02:01: Weil die Näherin in Taiwan auch eine gewisse Zufredenheit hat trotz prekärer Verhältnisse sagt sie.

00:02:08: Da ist die Kunst des Einzelnen einfach nur, die Erwartungen herunterzuschrauben.

00:02:13: Dann kann man in fast jedem Job zufrieden sein….

00:02:16: Darüber nachdenken lohnt sich, erklärt Riccada Rewald und rechnet vor.

00:02:21: Wir arbeiten durchschnittlich um die thirty- acht Komma sieben Jahre.

00:02:25: Zweihundert zweiundzwanzig Tage im Jahr.

00:02:28: Acht Stunden am Tag!

00:02:30: Mit keiner anderen Aktivität verbringen wir so viel

00:02:33: Zeit.".

00:02:33: Also stellte und stellt sich Riccadar Riewald die Frage nach dem.

00:02:37: Glück.

00:02:38: Ich habe ja gefragt, was macht denn die Menschen nun glücklich bei der Arbeit?

00:02:41: Und eine Antwort, die ich auch bekommen hab war das ist individuell total verschieden!

00:02:47: Was sie glücklich macht, macht mich ja nicht glücklich.

00:02:49: da können wir jetzt auch gar nichts machen von HR oder von Erführung weil das ist ja so unterschiedlich.

00:02:55: wie wollen wir das über einen Kampf scheren bei all den Individuen hier im Raum?

00:02:59: Jeder Jäck ist anders.

00:03:00: Doch in ihrer Forschung hat Rikada Revald Erstaunliches festgestellt, nämlich dass sich Arbeitsglück sehr wohl über einen Kamm scheren lässt.

00:03:08: und statt einer langen Liste von Bedürfnissen tauchen immer wieder drei zentrale Faktoren auf Nummer eins, das Sinn empfinden.

00:03:17: Der Purpose – so heißt es im Englischen – hatten wir auch schon mal in der allerersten Podcastfolge der IHK Berlin zum Thema New Work.

00:03:26: Sinnempfinden entsteht immer dann wenn ich das Gefühl habe dass ich einen Beitrag zu etwas größerem leisten kann.

00:03:32: ja?

00:03:32: Wenn ich mich mit Ihnen verbünde und wir von unserem Standort hier für Berlin richtig was tun Dann könnten wir zusammen was größeres machen.

00:03:42: Ein Beitrag zu etwas höherem leisten ist, was Menschen mit Sinn erfüllt und auf der horizontalen Ebene sind Menschen mit Sinne erfüllt.

00:03:50: wenn sie etwas Gutes tun, wenn Sie helfen, wenn sie einem Kollegen weiterhelfen konnten, Menschen weiterhaufen konnten ein Produkt entwickeln können, was wirklich etwas kann und nicht einfach nur die ente Buchhaltungssoftware ist in einer anderen Farbe.

00:04:04: Menschen wollen das ihre Arbeit Wirkung hat – dass sie gebraucht werden, dass ihre Ideen etwas bewegen.

00:04:11: Dann macht auch die Arbeit glücklich!

00:04:14: Der zweite Faktor knüpft unmittelbar daran an Selbstverwirklichung.

00:04:19: Selbst

00:04:19: Verwirklichungen bedeutet auch nicht einfach, ich mache mal was ich will sondern Selbstverwirklichung bedeutet Ich kann meine Stärken einsetzen.

00:04:27: in irgendwas bin ich gut.

00:04:29: vielleicht kann ich ganz gut vorne reden oder ich finde so einer der eine Exeltawelle noch den letzten Schliff reinkriegt ja meistens sind das nicht die gleichen Leute.

00:04:38: da ist doch gut wenn jeder auf seinem stärken Bereich arbeitet.

00:04:42: Man sagt zu siebzig Prozent und Sie können dann merken, dass sie in ihrem stärkenbereich arbeiten oder das jemand von ihren Mitarbeitenden im stärken bereich gearbeitet hat?

00:04:49: Wenn er so einen Satz bringt wie Das haben wir aber Spaß gemacht!

00:04:53: Das ging jetzt irgendwie leicht von der Hand.

00:04:55: wer seine Stärken einsetzen kann arbeitet oft motivierter kreativer und erfolgreicher.

00:05:01: Der dritte Faktor der über das glücklich sein auf der Arbeit entscheidet Gemeinschaft.

00:05:07: Und damit ist nicht der gelegentliche gemeinsame Kaffee in der Bereichsküche gemeint.

00:05:11: Wie unterscheidet sich denn Gemeinschaft von Gruppe oder Team?

00:05:15: Sie zum Beispiel sind jetzt eine Gruppe, ja?

00:05:18: Sie machen nämlich gar nichts mit Interaktion sondern sie machen alle das gleiche.

00:05:21: mir zuhören.

00:05:22: Das hört es auch erst mal gut so!

00:05:24: Das definieren wir als Gruppe.

00:05:26: wenn sie ein Team wären, dann würden Sie jetzt unterschiedliche Stärken irgendwie miteinander kombinieren.

00:05:32: Das weiß ich, denn würden Sie schon mal mitschreiben?

00:05:34: Weil das können Sie so gut und jemand anderes würde einfach ganz aufmerksam zuhören sich schon mal Fragen für später überlegen.

00:05:39: Das könnte jetzt einen Teamcharakter bringen!

00:05:41: Wenn Sie aber eine Gemeinschaft sein wollen, dann sagen Menschen da müssen wir doch alle an einem Strang ziehen dann müssen wir brauchen eine bestimmte Form von Vertrauen zueinander und eine bestimmten Form von respektvoller Interaktion.

00:05:55: Sinn empfinden, Selbstverwirklichung, Gemeinschaft, Vertrauen – das macht Arbeitsglück aus!

00:06:02: Und da sind die Dinge sagt Riccada Riewaldt, die darüber entscheiden ob ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Betrieb bleiben oder wieder gehen.

00:06:10: Und Arbeitsgluck ist daher auch keineswegs nur ein nettes Extra.

00:06:14: Es hat wirtschaftliche Auswirkungen.

00:06:17: Immerhin kostet es durchschnittlich ein ganzes Jahresgehalt, eine Stelle neu zu besetzen.

00:06:22: Eine gute Nachricht bringt die Psychologin aber auch noch mit!

00:06:25: Für das Arbeitsglück der Belegschaft müssen Unternehmen nicht alles auf einmal verändern – entscheiden sie in Kombination damit was ihr Betrieb vielleicht auch gerade am meisten

00:06:35: braucht.".

00:06:36: Wenn Sie das gestalten wollen, brauchen sie auch nicht jeden von den drei Faktoren.

00:06:40: Wir wissen Selbstverwirklichung zahlt ein auf Kreativität,

00:06:43: d.h.,

00:06:44: Sie könnten an diesem Faktor drehen wenn Sie mehr Innovationen brauchen in Ihrem Unternehmen.

00:06:49: Sie können, wenn Sie eine andere Stimmung, ein anderes Konflikt verhalten und einen anderen Kundenkontakt brauchen, an dem Thema Gemeinschaft drehen weil hier gibt es die höchsten Korrelationen.

00:06:58: Sie kann, wenn sie eine andere Motivation haben wollen, die nicht die Möhre ist am Faktore Sinnempfinden drehen weil hier gibt es die höchsten Korrelationen.

00:07:08: Und wenn sie die Leute gerne behalten würden und Sie hätten so gerne, dass ... Fürkturationsrate runter geht, dann wäre der Faktor Bindung.

00:07:18: Ja und wie sieht das jetzt aus wenn es um internationale Talente geht?

00:07:21: Wir haben ja mittlerweile alle mitbekommen dass sich in Zeiten des Fachkräftemangels lohnen kann den Blick über den Tellerrand beziehungsweise über die Grenzen hinweg zu wagen und neue Mitarbeitende neue Talente international zu rekrutieren und zu binden.

00:07:37: Und da sind es genau dieselben Dinge, erzählt Riccarda Rehwald.

00:07:41: Da kommen zwei eigentlich voneinander getrennte Forschungsrichtungen – nämlich Migrationsforschung und Psychologie zum selben Ergebnis!

00:07:50: So, warum kommen die Menschen Karriere-,

00:07:52: Umfeld-,

00:07:53: Start-up-, Lebensqualität-, Netzwerke?

00:07:56: Das lässt sich ziemlich klar diesen Faktor Selbstverwirklichung zusammenzuordnen.

00:08:01: Wenn ich irgendwie wachsen kann, wenn ich was entwickeln kann und wenn ich irgendwelche Ideen einbringen könnte.

00:08:07: D.h.,

00:08:07: die Menschen kommen wegen der Selbstverwirklichungen.

00:08:12: Und wir hatten auch geschaut, warum sie eigentlich bleiben wenn die sich wohlfühlen, wenn sie integriert sind.

00:08:19: Wenn es eine Willkommenskultur gibt, wenn die Arbeit schön ist und die Familie integriered ist.

00:08:25: Und das sind alles ganz klar Faktoren von Gemeinschaft!

00:08:31: Wir können also feststellen – finde ich als Wissenschaftlerin ein Faszinosum – wie zwei völlig getrennte Forschungsstränge quasi zu einem ähnlichen Ergebnis kommen?

00:08:42: Arbeitsglück kann für Unternehmen ein echter Wettbewerbsfaktor sein und für Berlin vielleicht sogar einen Standortvorteil.

00:08:50: Denn Menschen kommen dahin, wo sie sich entwickeln können – und Sie bleiben, wo Sie sich willkommen und wertgeschätzt fühlen!

00:09:12: Erstens, Arbeitsglück bindet Menschen.

00:09:15: Zweitens es bringt auch ökonomische Vorteile für ihr Unternehmen.

00:09:22: Sie können Menschen unterstützen wenn sie sich auch um die Angehörigen mit kümmern wie das auch bei Experts gemacht wird Wenn da irgendwie eine Idee ist dass die nicht ganz alleine damit sind ihren Partner sozusagen dabei zu beobachten Wie er versucht bei einer arbeitfuß zu fassen und selber sozusagen Zuhause die psychische Kontinu zu bewahren an einem ort an dem sie niemanden kennen.

00:09:41: Ich finde, ich könnte ein Schwerpunkt sein in einem Unternehmen.

00:09:44: Und Sie können natürlich diese Aspekte Selbstverwirklichung und Gemeinschaft fördern.

00:09:48: Weil wenn Selbstverwirklichungen am Ende nicht eintritt ist es ja eine Mogelpackung dann gehen die Leute auch gerne wieder.

00:09:54: Und sie können sehr viele Aspeakte fördern, die diesen gemeinschaftlichen Gedanken an einem Strang

00:09:59: ziehen

00:09:59: Vertrauen Respekt usw.

00:10:02: mit nach vorne bringen.

00:10:06: Ein Audio der IHK Berlin.

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